Strahlplattenheizung

Die Strahlplattenheizung kann als gewöhnliche "Rohrschlangenheizung" angesehen werden, bei der mehrere mit Warm- oder Heißwasser durchflossene Rohre nebeneinander auf einer Blechplatte montiert sind, wie der nachfolgenden Prinzipskizze zu entnehmen ist.

Aufbau einer Deckenstrahlplattenheizung [Zehnder]


Um eine gute Wärmeübertragung vom Rohr an die Strahlplatte zu erzielen, werden die Rohre in Sicken verlegt und mit der Strahlplatte metallisch verbunden. Durch das Aufbringen einer entsprechenden Isolierschicht wird die Wärmeabgabe nach oben wesentlich verringert.

Die Heizungen weisen als Warmwasser-Systeme die in der Zentralheizungstechnik angewandten Temperaturen auf und ihre Auslegung erfolgt häufig im Niedertemperaturbereich. Sie verfügen über eine sehr ausgeglichene Temperaturverteilung im Aufenthaltsbereich. Die gegenüber Hell- und Dunkelstrahlern geringeren Oberflächentemperaturen der Strahlplatte müssen jedoch durch deutlich größere Abstrahl- bzw. Heizflächen ausgeglichen werden.

Die Vorteile der Heizung mit Deckenstrahlplatten liegen neben den bereits genannten der Strahlungsheizung allgemein in der geringen Temperaturzunahme über die Hallenhöhe (ca. 0,4 K / m) und den geringeren Lüftungswärmeverlusten gegenüber Luftheizsystemen. Die Strahlplattenheizung ist im Gegensatz zu den Hell- und Dunkelstrahlern auch für explosionsgefährdete Räume geeignet.

Strahlplattenheizungen werden in der Regel unter der Hallendecke montiert. Die spezifischen Wärmeleistungen liegen nach Angaben der Hersteller bei einer Norm-Übertemperatur von 55 K etwa zwischen 500 und 630 W / m2 Projektionsfläche.

Die Abmessungen der einzusetzenden Strahlplatten richten sich nach Größe, Höhe sowie Nutzungsart der Halle und sollten nach Auslegungsdiagrammen des Herstellers in Abhängigkeit von der Temperatur des Heizmediums bestimmt werden. Deckenstrahlplatten in Bändern bis zu 60 m Länge stellen keine Seltenheit dar. Als Erfahrungswert wird angegeben, dass ein Dachflächenanteil von 15 - 30 % als Heizfläche in der Regel ausreichend ist.

Strahlplattenheizsysteme sind grundsätzlich für alle Hallenarten, angefangen von Fertigungs- und Lagerhallen über Ausstellungshallen bis hin zu Freizeit- und Sporthallen geeignet, wobei der Einsatz auch in Bauten mit niedrigeren Höhen ab 2,5 m erfolgen kann. Das Heizsystem ist auch für explosionsgefährdete Lagerräume geeignet und hat weiterhin den Vorteil, dass keine erzwungene Luftbewegung und damit kein zusätzlicher Staubtransport auftreten.

Ein besonderer Vorteil von Deckenstrahlplatten ist, dass sie als Heiz- oder auch als Kühldecken zum Einsatz kommen und zusätzlich durch Perforation des Stahlblechs für die Schallabsorption in Produktions- und Versammlungsräumen genutzt werden können.

Bei Einbau von Deckenstrahlplatten in bereits bestehende Hallen ist das zu erwartende Gesamtgewicht der Strahlplatten zu berücksichtigen, was im Einzelfall eine Verstärkung der Deckenkonstruktion zur Folge haben kann.

Für die Erzeugung des Heizwassers werden Warmwasserkessel, die einen eigenen Heizraum und einen Schornstein benötigen, verwendet. Von Vorteil hierbei ist, dass das Heizsystem in Verbindung mit der Brennwerttechnik genutzt werden kann.

Nachfolgend sind aus einer Projektinformation die Ergebnisse einer Umrüstung auf Strahlplattenheizung dargestellt.

Projektinformation zur Heizungsumstellung einer Produktionshalle (Einbau einer Strahlplattenheizung bei Highvolt Prüftechnik Dresden GmbH)